Dienstag, 29. Januar 2013

Der Anfang einer Geschichte von mir

Das ist der Anfang einer Geschichte von mir. Sie wird wohl etwas länger als meine normalen Posts, aber es würde mich freuen, wenn ihr es euch trotzdem durchlest =)
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Warum habe ich das getan? Warum wollte ich ausgerechnet hier in den Ferien arbeiten? Das Geld ist es nicht wert. Der Laden ist noch leer, aber das ist er am Morgen meistens. Schon drei Tage arbeite ich hier. Mein Kittel, mit dem Logo des Ladens auf der linken Brusttasche und einem fröhlichen Werbeslogan auf dem Rücken, ist mir zwei Nummern zu groß. Zum Glück gibt es hier keinen Spiegel.
Man verdient hier als Aushilfe nicht sehr viel, aber es reicht fürs Erste. Meine Beine tun weh, weil ich die ganzen sechs Stunden stehen, schwere Kisten hochheben und riesige Paletten transportieren muss. Es ist hart.
Ich stehe in der Abteilung mit den Kindersachen und ritze mit einem Messer die Kartons und Folien auf. Danach räume ich die Babygläschen ins Regal. Ich warte nicht darauf, dass mir ein Mitarbeiter hilft. Warum auch? Sie haben alle die selben Probleme wie ich, sie haben alle ihre Aufgaben und alle sind genauso schwer.
Nur, dass sie besser an die oberen Regale kommen.
Die Kunden hier sind meist sehr freundlich. Sie fragen höflich, wenn sie etwas nicht finden und ich führe sie zum Produkt.
So geht es jeden Tag, wie in Trance: Palette holen, Packung aufschlitzen, Ware einräumen, Kunde helfen, weiter machen. Ich setze mein Lächeln auf, damit sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlen, aber die Regal um mich herum, das künstliche Licht und die Musik wirken schon nach so weniger Zeit, die ich hier verbracht habe, wie im Traum.
„Äh hallo?“, zog mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Seltsam, das tun sie sonst nicht. Trotzdem lächle ich und drehe mich um und … und … oh mein Gott. Nein, nichts anmerken lassen. „Soll ich dir was abnehmen?“ Und schon greift er nach der Kiste, die ich gerade auf meinem linken Unterarm balanciere und gefühlt genauso schwer ist wie ich.
„Danke“, sage ich und hoffe, dass ich nicht all zu überrumpelt klinge.
Der Junge grinst Bad – Boy – Mäßig und hält mir die Kiste hin, damit ich den Babybrei einfach herausnehmen kann. „Gerne.“ Die Stimme! Die Haare, die Augen, der Mund, einfach Er sieht irgendwie ganz … fantastisch aus!
Und ich stehe hier in einem Sack und zusammengekauert, ganz mickrig und meine Hände beginnen zu zittern. Schnell sehe ich weg, damit ich nicht rot werde oder zumindest, dass er es nicht sieht. „Danke.“
„Das sagtest du schon.“
„Oh.“ Mist.
„Tesmija“, sagt er nachdenklich. „Der Name ist außergewöhnlich.“
Langsam versuche ich meine Stimme wieder unter meine Kontrolle zu bringen. „Kannst mich Tessa nennen. Wie heißt du? Ich meine, du hast kein Namensschild dran.“ Das sollte eigentlich schlagfertig raus kommen, aber da war dieser Ängstliche – Kleine – Mädchen – Unterton, der zwar dafür sorgt, dass die meisten nett zu mir sind, aber so rüber kommt als wäre ich ein Kind, das gerade einen wütenden Weihnachtsmann gesehen hat und sich hinter seinen Eltern versteckt.
Er lacht leise. „Tim und du musst doch keine Angst vor mir haben.“
„Ich habe keine Angst vor dir.“ Verdammt, zu schnell. Jetzt denkt er, dass ich zickig bin.
„Und warum bist du dann so blass? Du zitterst ja richtig.“ Er fragt nicht spöttisch, sondern fürsorglich, so, als würde er sich ernsthaft Sorgen machen.
„Äh …“
„Entschuldigung?“, unterbricht mich eine etwas ältere Dame.
Ich atme erleichtert aus. Was hätte ich auch sagen sollen? „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich nahm den leeren Karton von Tim ab, zerreiße ihn und werfe ihn in die Kiste mit dem Altpapier.
„Ja, wo finde ich denn Zahnpasta?“
„Ganz vorne, kommen Sie doch bitte mit.“ Dann werfe ich Tim ein zaghaftes Lächeln zu. „Danke.“
„Sagtest du schon.“
Diesmal habe ich mich unter Kontrolle, setze mein Bad – Girl – Lächeln auf und sage: „Oh.“
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Die Geschichte ist entstanden, als ich in einem Drogeriemarkt war und mir Lippenpflegestifte gekauft habe. Sie hat noch keinen Namen, aber es soll ein Psycho-Thriller werden. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich bald weiter schreiben werde, weil auf meinem Stapel ungeschriebener Geschichten noch eine ganze Menge andere Geschichten liegen. Soll ich überhaupt weiter schreiben? Geht es euch auch manchmal so, dass euch eine Szene einfällt, ihr schon wisst, was es für ein Genre sein soll, aber nicht weißt, wie es weiter gehen soll? Mir geht es bei dieser so. Naja, was solls =)

Alles Liebe
Luisa

Kommentare:

  1. Huhu Luisa,

    ich finde die Geschichte bis jetzt gut, du hast einen tollen Schreibstil!
    Schrieb doch einfach mal weiter ;)
    Mir geht es auch oft so wie dir: Ich hab hier auch noch ne Tonne halbfertige Sachen liegen, die ich eigentlich mal fertig schreiben sollte... (unter anderem ein beretis 44 Seiten langes Buch^^)
    Ich finde es toll, dass eine so alltägliche Situation wie einkaufen dich zu so einer Geschichte inspiriert hat. Meine Ideen bekomme ich meistens durch die Natur (letztens hab ich eine Geschichte am Vorbild des verschneiten Grundstücks meiner Großeltern geschrieben ^^), aber auch durch Bilder, ein Lied, oder einfach so :)

    Liebe Grüße,
    Nina

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    1. Vielen Dank =)
      Ja, bin auch gerade bei einer GEschichte mit etwa 117 Seiten =)
      Von der Natur lasse ich mich auch inspirieren. Da ist zum Beispiel die alte Schiffsanlegestelle an der Ostsee, die total abgfrackt ist, die mich zu dieser 117 Seiten (und noch lange nicht fertig)- GEschichte inspiriert hat oder der Wald, wo ich wohne als ich ihn zum ersten mal gesehen habe als ich hierher gezogen bin.

      LG
      Luisa

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  2. Super Schreibstil und schöne Geschichte! :)

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  3. Möchtest du an meiner Blogvorstellung teilnehmen? Musst auch kein Leser sein ;D
    Hier der Link:
    http://alina-schirin.blogspot.de/2013/01/blogvorstellung-bewerbt-euch.html?showComment=1359480602225#c5830906607397679019

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  4. Juhuuu.
    Ich liebe ja solche Geschichten, die wie eine "Schnulze" anfangen und irgendwo zwischen Thriller und Krimi enden! Also der Beginn hat mir ja schon sehr gefallen. Und ja! Schreib unbedingt weiter. Ich finde es fantastisch, dass du dir aus so einer alltäglichen Situation etwas erdenken kannst. Bei mir kommt die Inspiration immer plötzlich, ohne, dass ich sagen kann, wer oder was mich grade inspiriert hat. Dann schreibe und schreibe ich, bis ich nicht mehr weiterweiß und die Geschichte erstmal zur Seite lege bis mir endlich etwas Fortführendes einfällt.

    Liebe Grüße > darkest.heart

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    1. Das muss ich mit der wohl auch erstmal machen. Ich habe noch mehr Szenen im Kopf, die zu dieser Geschichte gehören sollen, aber ich muss mir erstmal einen Plan ausdenken, wie sie zusammenpassen.
      Danke =)

      Alles Liebe
      Luisa

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  5. Uh, danke, dass du Bescheid gesagt hast :D Geniale Geschichte, gefällt mir sehr gut, dein Schreibstil ist toll. Die Idee mag ich, bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
    Das mit der Szene kenne ich, geht mir auch immer so, eine bestimmte hab ich vor Augen und dann....nichts.
    LG Jana ;)

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    1. Vielen lieben Dank. Werde mir in der nächsten Zeit mal überlegen, wie es weiter gehen könnte =)

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  6. Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und finde ihn und die Geschichte wirklich toll *-* du hast definitiv eine neue Leserin (:. Es würde mich sehr freuen ,wenn du vtl auch mal auf meinem Blog vorbeischauen und wenn er dir gefällt ihm auch folgen würdest (: liebe Grüße Lena

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