Sonntag, 3. September 2017

Roboter-Schößchen-Pullover - 12 Colours of Handmade Fashion

Beinahe hätte ich es versäumt, aber hier ist er: Mein Beitrag zur Aktion von Selmin. Die Farbe im August bereitete mir einige Schwierigkeiten. Es ist eine Farbe, die man nur ganz selten in meinem Kleiderschrank findet:

Lila

Mh ... Zwar habe ich noch einen fliederfarbenen Stoff, den ich allerdings für ein Sommerkleid verwenden wollte. Da ich aber schon ganz viele selbstgenähte Sommerkleider besitze und kaum etwas für den Herbst und den Winter, entschloss ich mich dazu, mich der wärmenden Bekleidung zu widmen. Und heraus kam dieser Schößchen-Pullover:


Der Stoff:
Ich hatte mir bereits im letzten Jahr ein Shirt aus dem Roboter-Stoff genäht und noch etwas davon übrig. Da er zwar dunkel und trotzdem ziemlich farbenfroh ist (darunter auch mit verschiedenen Lila-Schattierungen), entschloss ich mich dazu ihn mit einem einfachen schwarzen Baumwoll-Jersey zu kombinieren.


Der Schnitt:
... ist mal wieder aus dem Buch "Kleider nähen" von Tanya Whelan. Dabei hatte ich jedoch die Idee, den Halbtellerrock so weit zu kürzen, dass man eine Hose darunter tragen muss und ich statt einem Kleid, ausnahmsweise mal einen Pullover habe.
Die langen Ärmel erweiterte ich, sodass sie mehr "puff" bekamen.


Zum Schluss:
Meiner Meinung nach ist das Experiment gelungen: Das Oberteil ist ein bisschen chic und ein bisschen nerdy - so wie ich es gerne habe. Außerdem bin ich jetzt auch mal mit einem selbstgemachten Teil für die kälteren Tage ausgerüstet.


ALLES AUF EINEM BLICK

Schnittmuster
Princess-Oberteil mit Bubikragen und lange Ärmel (zu Puffärmeln geändert) aus "Kleider nähen" von Tanya Whelan; gekürzter Halbtellerrock nach eigenem Schnitt

Stoff
Jersey schwarz, Jersey Roboter: Der Stoffhandel

Freitag, 25. August 2017

{Buch} Wenn gestern unser morgen wäre


Titel: Wenn gestern unser morgen wäre
Autor: Kristina Moninger
Format: Kindle Edition
Seitenanzahl Printausgabe: 308
Dateigröße: 1299 KB
ASIN: B0731H6JXW
Verlag: FeuerWerke Verlag
Preis: 3,49€ / 0,00€ kindle unlimited

Klappentext
Was wäre, wenn du eine zweite Chance bekämst? Eine, um alles wiedergutzumachen. Alles, was du so unglaublich falsch gemacht hast. Was würdest du ändern, was wiederholen?

Sara hat in wenigen Tagen so ziemlich alles falsch gemacht, was sie falsch machen konnte. Nichtig-kleine aber auch tragisch-große Fehler. Mit wenigen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen. Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen …

Meine Meinung
Nachdem mir das Buch "Nur eine Ewigkeit mit dir" so gut gefallen hat, konnte ich gar nicht verneinen, als Kristina Moninger mich fragte, ob ich auch ihr zweites Buch "Wenn gestern unser morgen wäre" lesen und rezensieren möchte. Doch nicht nur die positive Erinnerung an das erste Buch, sondern auch das wunderschöne Cover und der Klappentext konnten mich überzeugen.

Sara hat alles: Die Beförderung, das Geld, das Aussehen, den perfekten Freund. Sie lebt das, wovon andere träumen. Als sehr strukturierter und realistischer Mensch, sind ihr die großen Gefühle unwichtig - schließlich hat sie ja alles andere. Und dennoch plagt sie ein schlechtes Gewissen: In nur kurzer Zeit macht sie das Leben von 300 Menschen kaputt, gibt einen furchtbaren Ratschlag und sie lernt Matt kennen.
Matt, der Mann mit den grünen Augen, der so viel anders ist als ihr Freund Oliver und zu erkennen scheint, dass hinter Saras kühlem Auftreten jemand anderes steckt. Auch Matt ist ein Fehler für Sara, den sie unbedingt ausbügeln muss. Wie durch ein Wunder wacht sie nach einem Unfall zehn Tage früher auf und hat die Chance alles richtig zu machen...

Dabei stellt sich in dieser Geschichte die Frage: Was ist überhaupt "richtig"? Ist das, was zunächst als Fehler gedeutet wird, wirklich falsch?
Eigentlich gehört Sara diesem Typ von Buchcharakter an, den ich überhaupt nicht leiden kann. Doch Kristina Moninger schaffte es, dass ich sie von Anfang an - trotz Saras Fehler (oder vielleicht gerade wegen dieser Fehler) - sympathisch fand. Mit der Geschichte wächst sie und lernt sich selbst neu kennen.
Auch alle anderen Figuren, z.B. Saras Familie und Matt, besitzen Tiefe und entwickeln sich im Laufe des Buches. Diese Veränderungen zu verfolgen, bereitete mir eine große Freude.

Die Liebesgeschichte zwischen Sara und Matt zauberte mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Sie ist charmant, romantisch, nachdenklich und humorvoll. Oft wollte ich das Buch gar nicht weg legen, weil ich einfach wissen musste, wie es mit den beiden weiter geht.

Lieblingszitate
"Das Gegenteil einer Entscheidung ist Stagnation. Stillstand. Ein Weitermachen ohne weiterzukommen. Das Gegenteil einer falschen Entscheidung ist nicht unbedingt eine richtige." - Pos. 2522, Kapitel 13
"Vielleicht kann man manchmal Dinge ungeschehen machen, aber in unserem Kopf bleiben sie ja doch präsent." - Pos. 3290, Kapitel 17

Fazit
Romantisch und nachdenklich zu gleich. Manchmal lächelte ich einfach vor mich hin, manchmal legte ich das Buch kurz zur Seite, um wegen ihm über mein eigenes Leben nachzudenken.
5 von 5 Schmetterlingen im Bauch
🦋🦋🦋🦋🦋

Die Autorin
Kristina Moninger wurde 1985 in Würzburg geboren. Sie absolvierte erst eine kaufmännische Ausbildung und dann ein Übersetzerstudium, bei der sie nicht nur Fremdsprachen lieben lernte, sondern auch die Muttersprache.

Dank
Vielen Dank an Kristina Moninger für die Bereitstellung des Buches.

Sonntag, 6. August 2017

Cruella De Vil - Cosplay

Nach den Berichten zur Leipziger Buchmesse, möchte ich noch einmal extra über mein Kostüm schreiben: Was habe ich mir dabei gedacht? Was ist daraus geworden? Und vor allem: Wie ist das daraus geworden?

Foto: Falk Krönert

Die Grundidee:
Meine Schwester und ich hatten die Idee, dass wir doch einmal Disney-Bösewichte cosplayen könnten. Das Problem dabei ist nur, dass ich - meiner Meinung nach - überhaupt keinem Bösewicht, der ich gerne mal sein würde, ähnlich sehe. Oder gibt es einen kleinen, jung aussehenden Fiesling?
Seit einiger Zeit interessieren wir uns für die japanische Mode und stießen dabei auf die Richtung "Lolita". Perücken mit Locken und/oder Zöpfen, süße Kleider mit Petticoat, Schleifen... und alles ist möglich!
Warum also nicht mal diesen Modestil mit einer grausigen Trickfilmfigur vermischen?

Näh-Fortschritte und Näh-Probleme und Fusselmonster

Cruella De Vil:
Warum ausgerechnet sie? Na, weil ich sie mag!
Nein, natürlich nicht ... Ich finde sie ganz abscheulich und genau das hat mich gereizt. Cruella De Vil aus "101 Dalmatiner" ist eine kaltblütige, verrückte Diva, die eine Mischung aus Eleganz, Überlegenheit, Hysterie und Grauen ausstrahlt. Genau das wollte ich auch tun und so habe ich eine jüngere Cruella erschaffen, der ich eher gerecht werden kann als der Originalen.


Das Kleid:
Cruella trägt im Film ein langes, enganliegendes Neckholder-Kleid. Das Oberteil habe ich mit dem Halterneck-Oberteil aus dem Buch "Kleider nähen" von Tanya Whelan beibehalten. Für den typischen weiten Lolita-Rock ab der Taille, nahm ich das Dirndl-Schnittmuster "Burda 7057" zur Hand. Dieses Rockteil schwingt wunderbar, vor allem aber mit dem Petticoat darunter.


Aus welchem Stoff Cruellas Kleid eigentlich ist, kann ich nicht genau sagen, aber ich fand Satin sehr passend. In einem Baumwollkleid kann ich mir die Dame nicht vorstellen - dann eher noch in Samt. Aber richtig guten Samt kann ich mir nicht leisten - deshalb doch lieber Satin. Das einzige Problem dabei ist nur: Ich hasse es Satin zu vernähen - es rutscht so schlimm!


Die Jacke:
Eigentlich trägt Cruella De Vil einen langen, dicken, weißen Fellmantel. Dies hätte aber nicht mehr zu meinem Stil gepasst. Um das ganze Outfit interessanter zu machen und um besser zu verdeutlichen, wen ich eigentlich darstellen möchte, wählte ich Fellimitat mit Dalmatiner-Print - auch wenn das heißen würden, dass sie die Dalmatiner-Kinder tatsächlich umgebracht hat. Aber so war ja auch das Motto: Süß und makaber.
Für das Futter der Jacke nutzte ich roten Satin und um den Ärmelsaum ordentlicher zu gestalten, verwendete ich schwarzes Satin-Schrägband.


Das Schnittmuster war ursprünglich für einen Pullover angedacht - "Burda 115C-082015-DL". Hier habe ich einfach aus dem Vorderteil zwei Teile gemacht und das Futter herein genäht. So hatte ich eine leichte Jacke, die ab und zu - ganz cruellamäßig - von den Schultern gerutscht ist.


Das komplette Kostüm:
Natürlich reichen Kleid und Jacke noch nicht aus. Die Schleife, die ebenfalls wieder ein typisches Lolita-Merkmal ist, ist ebenfalls selbst gemacht. Auch die Handschuhe wollte ich mir ursprünglich selbst nähen, was aber leider meine Fähigkeiten überstieg und ich wollte ja schließlich, dass es gut wird.
Cruellas schwarz-weiße Kurzhaarfrisur wollte ich nicht übernehmen - die Langhaar-Lolita-Perücke mit den Zöpfen gefiel mir da schon viel besser und war passender.
Unter dem Kleid trage ich, wie schon erwähnt, den Petticoat, eine blickdichte schwarze Strumpfhose und - was man leider auf kaum einem Foto erkennen kann - rote Ballerinas.
Was auf keinem Fall fehlen darf, ist die Zigarettenspitze. Da ich allerdings selbst nicht rauche, kam ich mir beim posieren damit sehr unbeholfen vor. =)

Das MakeUp:
Ein weiterer Punkt ohne den dieses Kostüm auf keinen Fall ausgekommen wäre: Weißes Puder für eine vornehme, aber auch etwas kränkliche Blässe, schwarzen und grünen Lidschatten (den schwarzen machte ich mir auch in die Augenbrauen) und NATÜRLICH der rote Lippenstift.

Fotos: Falk Krönert

Zum Schluss:
Ich mag das Cosplay sehr gerne und ich mag es, wenn ich meine Version von Cruella De Vil verkörpern kann. Als die Leute auf der Buchmesse mich erkannten und mir sagten, wie toll sie mein Kostüm fänden, freute ich mich sehr darüber. Die tollsten Komplimente kamen jedoch meist von den Fotografen, die den Kontrast aus rot, schwarz und weiß bewunderten =D

ALLES AUF EINEM BLICK

Schnittmuster
Kleid: Halterneck-Oberteil aus "Kleider nähen" von Tanya Whelan; Burda 7057
Jacke:  Burda 115C-082015-DL

Material
Satin schwarz, rot: Der Stoffhandel
Fellimitat Dalmatiner, nahtverdeckter Reißverschluss (40cm), Zigarettenspitze: buttinette
Perücke: ladieshair.de (Amazon)

Weiteres
Handschuhe: Amazon
Petticoat: TopVintage
Strumpfhose: Deichmann

Samstag, 29. Juli 2017

Schmetterlings-Kleid - 12 Colours of Handmade Fashion

Langsam geht es doch wieder bergauf mit der Bloggerei, oder? Und da versäume ich es auch nicht, gleich wieder bei Selmins Aktion mitzumachen. Wie schon im Juni, wählte sie für diesen Monat zufällig gerade die Farbe aus, die ich eh geplant hatte zu vernähen:

Rot

Ich mag rote Kleider und ich sehe es gerne, wenn Frauen rote Kleider tragen. Leider besitze ich selbst viel zu wenige davon. Dieses Kleid nähte ich für meinen Urlaub in Wien. Einen Ausschnitt davon könnt ihr schon seit einigen Tagen in meinem Blogtitelbild sehen, nun seht ihr hier das ganze:



Der Stoff:
Beide Stoffe fand ich auf dem Stoffmarkt. Der Vintage-Stoff mit den verschiedenen Schmetterlingsarten fiel mir sofort ins Auge - es war wie Liebe auf dem ersten Blick! Nur leider eine etwas teuere Liebe, weshalb ich nur einen halben Meter davon kaufte und hoffte, dass mir irgendwann etwas passendes dazu einfallen würde. An einem anderem Stand fand ich dann den unifarbenen Stoff, der genau die gleiche Farbe wie die Schmetterlinge hat. Diesen nahm ich zur Sicherheit mit, doch die beiden Stoffe blieben sehr lange in meiner Kiste, weil ich nicht wusste, wie ich die Schmetterlinge richtig in Szene setzen sollte.


Der Schnitt:
Für das Oberteil nutze ich "Burda 7057" - schon zum zweiten mal in diesem Jahr. Wie ich schon beim Sternen-Kleid erwähnte, ist dies einer meiner liebsten Schnitte, weil er einfach gut sitzt (nur auf die vielen Abnäher habe ich meist keine Lust).


Für das Rockteil benutzte ich das Patchwork-Prinzip: Es besteht aus neun Rechtecken, die zusammengenäht ein großes Rechteck von etwa 50x200cm ergeben.
Dabei ist, wie man ja sehen kann, die obere und die untere Reihe aus dem Uni-Stoff und die mittlere Reihe aus dem Schmetterlingsstoff. Ich mag den Effekt, der dabei entstanden ist und ich bin froh, dass ich mir nur einen halben Meter gekauft habe, weil mir die Idee sonst gar nicht gekommen wäre.


Und sonst so:
Ich mag das Gefühl, wenn ich dieses Kleid trage und ich liebe Wien. Und ich liebe das Gefühl mit diesem Kleid durch Wien zu laufen. Wenn ich das Kleid an habe, fühle ich mich durch die Farbe etwas älter und durch den weiten Rock doch wieder sehr mädchenhaft - und genau das mag ich.
Ich weiß, vielleicht ist es nicht sehr bescheiden, dass ich von meiner eigenen Arbeit begeistert bin - aber es ist doch auch nichts schlechtes, wenn man in den Spiegel sieht und sich ausnahmsweise mal richtig wohl fühlt, oder?