Samstag, 10. Dezember 2016

Tratschen befriedigt den Verstand

Ich oute mich nun offiziell als Tratschtante!

Zwar beschreibe ich mich gerne mal als nachdenklich und tiefgründig, aber ja: Ich rede gerne mit meinen Freunden über alles mögliche: Über belanglose Themen, über sinnlose Themen und sehr gerne auch über andere Menschen - Sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne. Ich tratsche. Und es macht mir Spaß.
Natürlich tratsche ich nicht, weil ich den betroffenen Menschen etwas böses möchte. Ich erfahre nur gerne Neuigkeiten und gebe meinen Senf dazu.

Und ich tratsche auch nicht, um von meinen eigenen Fehlern abzulenken oder um mich in den Himmel zu heben. Ich tratsche, weil es gut tut. Es ist schön zu wissen, dass es okay ist, wenn man Fehler macht. Dieser rege Austausch über andere Menschen zeigt mir, dass sie auch nicht perfekt sind und dumme Sachen tun, über die andere reden.
Mir ist bewusst geworden, dass ich keine Angst haben muss, was andere von mir halten - Auch wenn das Risiko besteht, dass über mich gelästert wird. Ich muss diese Angst nicht haben, weil irgendjemand anderes schon bald wieder etwas tun wird, was meine "Taten" in den Hintergrund schiebt bis sie ganz vergessen sind.

Tratschen befriedigt meinen Verstand.
Denn es zeigt mir, dass wir alle nur Menschen sind.

Freitag, 9. Dezember 2016

{Buch} Lunatic


Titel: Lunatic
Autor: Richard Montanari
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 480
ISBN: 978-3404163847
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 8,99€

Klappentext
Eine klare Nacht in Philadelphia. Eine schöne junge Frau in einem weißen Kleid sitzt am Ufer des Flusses und starrt mit großen Augen zum Mond. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Märchenfee, bedeckt von einer glitzernden Schicht aus Eis. Auf den zweiten Blick sieht man, dass ihre Schuhe fehlen. Und ihre Füße. Eine Spur von weiteren Leichen führt den Schuykill River hinauf. Verzweifelt versuchen Jessica Balzano und Kevin Byrne, Detectives der Mordkommission, die Zeichen zu deuten, die der Täter hinterlässt. Was hat der Verrückte im Sinn, der im Licht des Vollmonds grausige Märchen inszeniert? Und wer tötet die Verdächtigen?

Meine Meinung
Eigentlich sehe ich mir Bücher, in denen es um Mordfälle geht, die von irgendwelchen Detectives aufgelöst werden, gar nicht erst an - An "Lunatic" kam ich allerdings nicht vorbei (es ist demnach das erste Buch dieser Art, was ich lese), was nicht zuletzt an dem zwar schlichten, aber sehr hübschen und märchenhaften Cover gelegen hat. Aber auch der Klappentext konnte mich überzeugen: Ein verrückter Mörder, der sich scheinbar von Märchen inspirieren lässt? Klingt spannend!

In der Geschichte geht es um Kevin Byrne und Jessica Balzano, die schon seit einiger Zeit gemeinsam in der Mordkommission arbeiten und verschiedene Fälle gelöst haben. Doch dieser Fall ist nicht nur grausam, sondern auch seltsam: Warum tragen die Mordopfer historische Kleidung? Nach welchem Muster werden sie ausgewählt? Und was hat das alles mit dem Mond zutun?
Kevin und Jessica suchen verzweifelt nach einer Lösung für das Rätsel und wissen dabei noch nicht, welche vergangenen ungelösten Fälle in diese Geschichte verstrickt sind.

Ich bin sehr gut in die Geschichte hineinen gekommen.
Ich schreibe diesen Satz, weil ich nach einer Weile merkte, dass "Lunatic" der dritte Band einer Reihe ist. Das war aber gar nicht so schlimm, weil alle wichtigen Details, die zu den Hauptpersonen und zur Geschichte wichtig sind, noch einmal beschrieben wurden - auch wenn ich mir manchmal wünschte, man würde noch mehr über Kevin und Jessica erfahren. Aber dazu hätte ich wohl die ersten beiden Bände lesen müssen.
Einige kurze Kapitel wurden aus der Sicht des Mörders Moon geschrieben, sodass man in seine Gedankenwelt eintauchen konnte, was den Verlauf der Geschichte noch spannender machte, als er eh schon war.

Über die gesamte Geschichte hinweg fieberte ich mit, stellte Theorien auf und verwarf diese wieder. Dass ich als Leser zwar immer etwas mehr wusste als die beiden Protagonisten und trotzdem ständig hinters Licht geführt wurde, machte das Buch für mich interessant.
Der Stil der Geschichte ist sehr düster und grausig gehalten, sodass ich teilweise eine Gänsehaut bekam. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, Spannung und Emotionen wurden bestens auf mich übertragen und obwohl Kriminalromane nicht zu meinen Favoriten gehören, habe ich Lust bekommen mehr davon zu lesen - Am besten gleich aus dieser Reihe.

Fazit
Grausam, verwirrend und märchenhaft. Ein spannendes Buch, welches man auch lesen kann, wenn man seine Vorgänger nicht kennt.
4,5 von 5 Monden
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Der Autor
Richard Montanari wurde 1952 in Cleveland, Ohio geboren. Bevor er für verschiedene Zeitungen schrieb und dann seinen ersten Krimi, studierte er englische Literatur und lebte einige Zeit in England.

Samstag, 19. November 2016

{Erlebnis} Disney in Concert

Es ist schon wieder über fünf Monate her, als mir meine besten Freundinnen eine hübsche, selbstgemachte Geburtstagskarte auf die Schulbank legten und sagten: "Hier ist dein Geschenk."
Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment ein bisschen enttäuscht war: Gibt es in diesem Jahr nur eine Geburtstagskarte? Doch als ich sie öffnete, konnte ich meinen Augen nicht trauen: Da drin war tatsächlich eine Karte für "Disney in Concert" in Leipzig!
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich den ganzen Tag über nur noch gelächelt habe, denn damit habe ich nicht gerechnet. Zwar wusste ich, dass ich irgendetwas bekomme, weil wir uns in den letzten Jahren immer beschenkt hatten, aber ich dachte eher, dass meine Freunde das halbe Nanunana-Sortiment auseinander nehmen würden, als mir so eine Karte zu schenken. Und woher wussten sie überhaupt, dass ich da unbedingt mal hinmöchte?
"Das hast du mal erwähnt, ist schon eine Weile her", sagten sie und ich war einfach nur noch happy.

Die zweite Karte (neben mir war noch ein einziger Sitzplatz frei), wurde noch am selben Tag bestellt. Diese ging als Geburtstagsgeschenk im August an meine Tante, weil sie schon immer viel mit mir unternommen hat und ich so etwas zurück geben konnte.

Am 29. Oktober 2016 war es dann so weit! Wir fuhren schon am frühen Nachmittag nach Leipzig, verbrachten dort noch eine Weile und fanden dann relativ schnell mit der Straßenbahn die Arena Leipzig. (Danke an dieser Stelle nochmal an gewisse Facebook-User, die mir alles haarklein erklärt haben.)
Schon in der Warteschlange fiel mir auf, wie wenig Kinder da waren, dafür aber jedes andere Alter zwischen schätzungsweise 18 und 80.


Drinnen haben wir uns erstmal einen kleinen Überblick verschafft und auch unsere Plätze haben wir schnell gefunden.


Unsere Plätze waren ganz gut. Zwar mussten wir etwas zur Seite gucken, aber wir haben trotzdem alles gesehen. Das einzige, was mich ein bisschen störte war, dass es etwas unruhig war, weil wir direkt am Gang saßen, wo ständig Menschen entlang liefen.
Aber daraus machte ich mir nicht viel, weil ich einfach nur froh war, dass ich überhaupt dort sein konnte.


18.00 Uhr war es dann so weit. Das Konzert begann!
Für alle, die nicht wissen, was Disney in Concert ist, ist hier mal eine kleine Beschreibung:

Es ist ein Konzert, in dem ein Orchester, in diesem Fall das MDR Sinfonieorchester, und verschiedene Sänger Lieder aus Disney-Filmen darbieten. Auf einer großen Leinwand werden verschiedene Szenen aus den jeweiligen Filmen abgespielt und zwischen den Liedern bespaßt ein Moderator (Jan Köppen) das Publikum.

Das Konzert begann mit der "Disney Klassiker Ouvertüre" und ich war sofort gebannt. Diese Musik, die mich schon seit meiner Kindheit begleitet, live von einem richtigen Orchester zu hören ist wahnsinnig schön. Ich bekam eine Gänsehaut und musste die ganze Zeit lächeln. Auch dass Micky Maus kurz auf der Bühne auftauchte, erfreute mich sehr.

In den folgenden Stücken war dann ganz oft Gesang dabei und einige Namen der Sänger sagten mir sogar etwas: Alexander Klaws, Willemijn Verkaik, Paddy Kelly und Oonagh. Von Lars Redlich und Lucy Scherer hatte ich bisher noch nichts gehört, aber ich finde trotzdem, dass die Auswahl der Sänger gut gelungen ist.

Nach der Ouvertüre folgte ein Arielle-Medley und ihr könnt gar nicht glauben, wie froh ich war, dass die alte Version von "Ein Mensch zu sein" gesungen wurde. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber dadurch, dass ja überwiegend Erwachsene da waren, die mit der alten Version aufgewachsen sind, war das wirklich die bessere Wahl. (Und ich finde die Version von 1989 viel schöner!)

Die nachfolgenden Lieder wurden zum Teil auf Deutsch, zum Teil auf Englisch gesungen. Dabei waren unter anderem ein Rapunzel-Medley, "Ich wär´ so gern wie du" aus Das Dschungelbuch, Fluch der Karibik und ein Tarzan-Medley. Direkt nach der Pause wurde "Der Feuervogel" aus Disney Fantasia gespielt, was eine große Überraschung für mich war, weil dies eines meiner Lieblingsstücke aus dem Film ist und ich nicht damit gerechnet habe es auf dem Konzert zu hören.
Auch das Herkules-Medley, die  Ratatouille-Suite und das Eiskönigin-Medley gefielen mir sehr gut. Zum Schluss wurde "Probier´s mal mit Gemütlichkeit" gespielt, wobei extra der Text eingeblendet wurde, sodass alle mitsingen konnten.

Auf meine heimliche Frage, wo denn "König der Löwen" geblieben ist, wurde in der Zugabe geantwortet und als zweite Zugabe wurde das "Star Wars"-Theme gespielt.

Während des Konzerts habe ich es nicht gewagt mein Handy herauszuholen, um irgendwelche Fotos oder Filme zu machen, weil ich es selbst auch doof finde, wenn vor mir die ganze Zeit Bildschirme hin und her wackeln (in diesem Fall bin ich über unsere Plätze ganz froh) und weil ich der Meinung bin, dass man so etwas schönes nicht durchs Handy betrachten sollte. Trotzdem habe ich zum Schluss noch mal ganz schnell ein Foto gemacht, um euch noch eine kleinen Eindruck zu verschaffen.


Insgesamt finde ich "Disney in Concert" sehr gelungen. Das Konzert macht einfach Spaß und lädt zum Träumen und zum Erinnern ein. Ich bin immernoch wahnsinnig glücklich, dass mir meine Freunde dieses Erlebnis ermöglicht haben und ich diese wunderbare Musik außerhalb des Wohnzimmers hören durfte.

Samstag, 12. November 2016

{Buch} Die Stadt der tausend Schatten


Titel: Die Stadt der tausend Schatten
Autor: Carry Ryan
Format: Kindle Edition
Seitenanzahl der Printausgabe: 326
Dateigröße: 976 KB
ASIN: B00BJLQ2LK
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 7,99€

Kurzbeschreibung
Die Saga um die letzten Menschen auf Erden geht weiter

Dies ist die Geschichte von Annah, die mutterseelenallein in einer zerstörten Welt leben muss — in einer Stadt, deren Stacheldrahtzaun den Bewohnern jedoch kaum Schutz vor den wiederkehrenden Toten bietet. Als Annah Catcher begegnet, keimt Hoffnung in ihr auf. Doch gibt es in einer Welt, die getränkt ist vom Blut der Lebenden, eine Chance auf eine glückliche Zukunft?

Meine Meinung
"Die Stadt der tausend Schatten" ist der dritte und letzte Band nach "Der Wald der tausend Augen" und "Das Meer der tausend Seelen". Nachdem der zweite Teil wieder sehr offen endete, war ich gespannt, wie es weiter geht.

Gabry und Catcher sind nach ihrer langen Reise in der Stadt angekommen, die Geschichte ist diesmal jedoch aus Annahs Sicht geschrieben. Annah ist Gabrys Zwillingsschwester und trägt gemeinsam mit Elias eine große Last: Als Kind ließen die beiden Gabry alleine im Wald der tausdend Augen zurück und flüchteten in die "Dunkle Stadt", wo sie viele Jahre lebten. Doch dann verlässt Elias sie, um zu den Zonern zu gehen und Annah bleibt allein - bis sie auf Catcher trifft und auch Gabry und Elias sind nicht weit.
Als eine Horde aus Ungeweihten die Stadt überrennt, finden die vier nur einen möglichen Schutz: Bei den grausamen Rekrutern. Diejenigen, die die Menschen eigentlich beschützen sollten, aber fast genauso viel Schrecken wie die Ungeweihten verbreiten.

Anders als die ersten beiden Bände, spielt sich dieses Buch nicht auf den Pfaden im Wald ab, sondern hauptsächlich in der Stadt. "Die Stadt der tausend Schatten" ist noch düsterer als seine Vorgänger und während es in den ersten beiden Bänden immernoch etwas "Schönheit" gab, steht hier das Grauen und der Schrecken im Vordergrund.
Mir gefiel dabei besonders, dass all das Schlechte nicht nur von den Untoten ausging, sondern von den Menschen: Menschen, die sich daran ergötzen, andere leiden zu sehen und sie zum Tote verurteilen.

Zu den Figuren und dem Schreibstil habe ich schon in den beiden anderen Rezensionen genug geschrieben, sodass ich das an dieser Stelle weg lassen möchte. Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend und ich wollte es nicht mehr aus den Händen legen. Das Ende fand ich sehr schön, auch wenn es wieder etwas offen war, aber es passt zur Geschichte und ich bin froh, dass ich diese drei Bücher gelesen habe.
Es ist nur schade, dass der letzte Band nicht als Taschenbuch, sondern nur als eBook erschienen ist.

Lieblingszitat
"Was soll´s? Ich sterbe doch sowieso - jeder Tag, den ich lebe, bringt mich dem Tod näher. Meiner Schwester habe ich es auch schon gesagt: Es zählt nur, was du mit der Zeit machst, die du lebst." - Pos. 3338

Fazit
"Die Stadt der tausend Schatten" ist ein würdiger Abschluss, in dem nicht nur die Ungeweihten die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, sondern die Menschen selbst.
4,5 von 5 Sonnen
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Die Autorin
Carrie Ryan wurde in Greenville, South Carolina, geboren. Nach einem Jurastudium arbeitete sie als Staatsanwältin, bevor sie ihre eigene Anwaltpraxis gründete. In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Schreiben. Sie lebt mit ihrem Freund und zwei fetten Katzen in Charlotte, North Carolina.